Rubin – der König der Edelsteine in leidenschaftlichem Rot
Aktualisiert: 28. Juli 2026
Der Rubin ist die rote Edelstein-Varietät des Korunds (Aluminiumoxid, Al2O3) und bildet zusammen mit Smaragd, Saphir und Diamant die traditionelle „große Vier“ der Edelsteine. Seine charakteristische rote Farbe verdankt er Spuren von Chrom. Mit einer Härte von 9 auf der Mohs-Skala gehört der Rubin zu den härtesten Edelsteinen überhaupt – dieselbe Härte erreicht nur der Saphir, härter sind lediglich Moissanit (9,25) und Diamant (10). Damit eignet er sich auch für Verlobungsringe, die täglich getragen werden – etwas mehr Vorsicht verlangen nur Rubine mit geringerer Reinheit, die wegen natürlicher Einschlüsse spröder sein können.
Die wertvollsten Rubine zeigen ein sattes, reines Rot mit leicht bläulichem Unterton, das als „Taubenblut“ (Pigeon Blood) bezeichnet wird. Der Rubin ist der traditionelle Geburtsstein für den Monat Juli und das klassische Geschenk zur Rubinhochzeit, dem 40. Hochzeitstag. Der Name stammt vom lateinischen ruber – rot.

Inhalt des Artikels:
- Was ist ein Rubin? Mineralogie und Namensherkunft
- Welche Farbe hat ein Rubin und was ist „Taubenblut“?
- Rubin-Preis – wie viel kostet ein echter Rubin?
- Wärmebehandlung und Rissfüllung – was Sie vor dem Kauf wissen sollten
- Echte Rubine erkennen – natürlich, synthetisch, imitiert
- Rubin in der Schmuckherstellung – das richtige Schmuckstück wählen
- Pflege von Rubinschmuck
- Rubin und andere rote Edelsteine im Vergleich
- Fundorte des Rubins weltweit
- Die Geschichte des Rubins – Stein der Könige und Krieger
- Berühmte Rubine der Welt
- Rubin als Geburtsstein und Stein der Rubinhochzeit
- Warum Rubinschmuck bei Eppi einkaufen
- Häufige Fragen zum Rubin
Was ist ein Rubin? Mineralogie und Namensherkunft
Der Rubin ist die rote Edelstein-Varietät des Korunds (Al2O3). Korund kommt in der Natur in vielen Farben vor, und es gilt eine einfache Regel: Jeder rote Korund wird als Rubin bezeichnet, alle anderen Farbvarietäten heißen Saphir (siehe GIA – Ruby und Mindat – Ruby). Die rote Farbe entsteht durch Spuren von Chrom im Kristallgitter. Je mehr Chrom, desto satter das Rot – aber auch desto mehr innere Risse, denn Chrom erzeugt beim Kristallwachstum Spannungen. Eisen dämpft die Farbe dagegen und verschiebt sie ins Bräunlich-Rote – die wertvollsten Rubine stammen deshalb aus eisenarmen Gesteinen.
Der Name Rubin geht auf das mittellateinische rubinus zurück, abgeleitet vom lateinischen ruber (rot). Im altindischen Sanskrit hieß er ratnaraj – wörtlich „König der Edelsteine“. In Indien wurde er über Jahrhunderte höher geschätzt als der Diamant.
Physikalische Eigenschaften des Rubins
Überblick
- Edelsteinfamilie Korund
- Sternzeichen Löwe, Krebs, Widder
- Härte (Mohs-Skala)
9
- Fundorte Myanmar (Burma), Mosambik, Thailand, Sri Lanka, Vietnam, Madagaskar, Tansania, Afghanistan
- Geburtsstein Juli
- Farbe
Von Rosarot über ein reines, sattes Rot („Taubenblut“) bis Purpurrot.
Gemmologische Parameter des Rubins
- Chemische Zusammensetzung Al2O3 (Aluminiumoxid) mit Spuren von Chrom
- Relative Dichte 3,97–4,05
- Kristallsystem trigonal, sechsseitige Prismen
- Brechungsindex 1,762–1,770
- Doppelbrechung 0,008–0,010
- Spaltbarkeit keine (lediglich Teilbarkeit)
- Bruch muschelig
- Strichfarbe weiß
- Glanz Glasglanz
- Pleochroismus deutlich (Purpurrot / Orangerot)
- Fluoreszenz stark rot (durch Chrom, charakteristisch für burmesische Rubine)
Korund und die Beziehung zwischen Rubin und Saphir
Die Grenze zwischen einem dunkelrosa Saphir und einem hellen Rubin ist bis heute Gegenstand gemmologischer Diskussionen und wird von den Laboren leicht unterschiedlich bewertet. In der Praxis gilt: Ein Stein wird als Rubin bezeichnet, wenn sein Rot gegenüber dem Rosa überwiegt.
Wie ein Rubin in der Natur entsteht
Rubine entstehen durch die Umwandlung (Metamorphose) aluminiumreicher und siliziumarmer Gesteine unter hohen Temperaturen und Drücken – typischerweise in Marmoren (metamorphen Kalksteinen) und Amphiboliten. In manche Lagerstätten gelangen sie zusätzlich mit alkalischen Basalten an die Oberfläche, die früher entstandene Kristalle aus der Tiefe mitbringen. Für die Entstehung müssen gleichzeitig Chrom vorhanden und Eisen abwesend sein – eine geologisch seltene Kombination. Hochwertiger Rubin ist in der Natur deshalb deutlich seltener als hochwertiger Saphir. Die wertvollsten Rubine wachsen in Marmorlagerstätten, wo der niedrige Eisengehalt das Chromrot und die Fluoreszenz voll zur Geltung kommen lässt. Am bekanntesten sind die burmesischen Minen von Mogok.
Interessantes über den Rubin
Er leuchtet von innen
Die hochwertigsten burmesischen Rubine erkennen Sie an ihrer satt roten Fluoreszenz, die unter UV-Licht wie auch bei Tageslicht sichtbar ist – der Stein scheint von innen zu glühen. Genau dieses innere Leuchten zeichnet die wertvollsten Rubine im satten Farbton „Taubenblut“ aus.
Rubine unter der Haut
Überlieferungen zufolge ließen sich burmesische Krieger Rubine unter die Haut einsetzen – im Glauben, sie würden sie im Kampf unverwundbar machen.
Der erste künstliche Edelstein der Geschichte
Der Rubin war der allererste Edelstein, der kommerziell im Labor hergestellt wurde – bereits 1902.
Welche Farbe hat ein Rubin und was ist „Taubenblut“?
Der Rubin deckt ein breites Spektrum roter Farbtöne ab – von Rosarot über ein reines, sattes Rot bis Purpurrot. Am wertvollsten ist der Farbton „Taubenblut“ (englisch Pigeon Blood) – ein sattes, reines Rot mit feinem bläulichem Unterton und starker roter Fluoreszenz. Sättigung und Ton hängen vor allem vom Verhältnis von Chrom und Eisen im Kristall ab: mehr Chrom = satteres Rot, mehr Eisen = dunkleres, weniger reines Rot und schwächere Fluoreszenz.
Warum ist der Rubin rot und der Smaragd grün?
Eine Besonderheit des Rubins: Seine rote Farbe geht auf dasselbe Element zurück, das den Smaragd grün färbt – Chrom. Wie kann ein und dasselbe Element zwei so unterschiedliche Farben erzeugen? Die Antwort liegt in der Anordnung der Atome um das Chrom. Im Korund (Rubin) umgeben die Sauerstoffatome das Chrom in einer dichteren Geometrie als im Beryll (Smaragd). Diese engere Anordnung verändert, wie die Elektronen des Chroms mit Licht interagieren – im Rubin wird der grüne Teil des Spektrums absorbiert und Rot durchgelassen, im Smaragd ist es umgekehrt. Beschrieben wird dieses Verhalten durch die sogenannte Kristallfeld- bzw. Ligandenfeldtheorie (ausführlicher: Britannica – Ligand fields).
„Taubenblut“ – der wertvollste Farbton des Rubins
Die Bezeichnung „Pigeon Blood“ wurde historisch für die besten burmesischen Rubine aus dem Mogok-Tal verwendet. Heute führen renommierte gemmologische Labore (SSEF, Gübelin, GRS) den Begriff direkt im Zertifikat – allerdings nur bei Steinen, die genau definierte Kriterien erfüllen: hohe Sättigung eines reinen Rots, ein feiner bläulicher Unterton und starke rote Fluoreszenz unter UV-Licht (hoher Chromgehalt bei niedrigem Eisengehalt). Die detaillierten Kriterien veröffentlichen GRS sowie gemeinsam SSEF + Gübelin.
Pleochroismus des Rubins
Der Rubin zeigt einen deutlichen Pleochroismus – je nach Blickwinkel wechselt sein Farbton zwischen Purpurrot und Orangerot. Der Schleifer orientiert den Stein so, dass in der Krone das begehrtere Purpurrot erscheint; ein falsch orientierter Stein verliert an Wert.
Gibt es blaue oder grüne Rubine?
Nein. Der Rubin ist per Definition roter Korund – jede andere Korundfarbe heißt Saphir. Blauen und grünen Korund gibt es durchaus, er wird nur nicht Rubin, sondern Saphir genannt. Begriffe wie „blauer Rubin“ oder „grüne Rubine“ sind deshalb reine Marketingbezeichnungen und mineralogisch unpräzise. Es gilt die einfache Regel: roter Korund = Rubin, jede andere Farbe = Saphir.
Johnson-Rubine – die rosarote Variante
Johnson-Rubine ist eine Handelsbezeichnung für Rubine aus der afrikanischen Mine Johnson Mines – sie zeigen typischerweise ein zarteres Rosarot bis Himbeerrot, manchmal mit leichter Trübung und mildem, milchigem Glanz. Ein Teil des Marktes ordnet sie in manchen Klassifikationen eher den rosa Saphiren zu (die Grenze zwischen Rubin und rosa Saphir ist nicht scharf, siehe Korund und die Beziehung zwischen Rubin und Saphir). Derselbe zarte rosarote Farbton findet sich häufig auch bei im Labor gezüchteten Rubinen.
Rubin-Preis – wie viel kostet ein echter Rubin?
Der Rubin gehört zu den teuersten Edelsteinen der Welt. Sein Preis hängt stark von der Kombination aus vier Faktoren ab: Farbe, Herkunft, Behandlung und Gewicht. Er beginnt bei einigen Dutzend Euro pro Karat (übliche Schmuckqualität – kleinere, dunklere und meist wärmebehandelte Steine) und erreicht bei den besten unbehandelten burmesischen „Taubenblut“-Steinen Zehntausende bis über hunderttausend Euro pro Karat – in Rekordfällen übertrifft er damit sogar Diamanten vergleichbarer Größe.
Faktoren, die den Rubin-Preis bestimmen
- Farbe – der wichtigste Faktor. „Taubenblut“ ist deutlich teurer als selbst nur wenig weniger gesättigte Farbtöne.
- Herkunft – burmesische Rubine aus Mogok (Myanmar) sind historisch am teuersten, gefolgt von Mosambik (Montepuez).
- Behandlung – ein unbehandelter („no heat“) Stein erzielt gegenüber einem wärmebehandelten einen deutlich höheren Preis.
- Reinheit – Rubine enthalten praktisch immer Einschlüsse; ein „eye-clean“ Stein (mit bloßem Auge rein) ist eine Seltenheit.
- Karatgewicht – der Preis pro Karat steigt steil und nichtlinear (1 Karat = 0,2 g). Ein hochwertiger Rubin über 3 ct ist selten, über 5 ct außergewöhnlich.
- Qualität des Schliffs – beeinflusst Farbintensität und Glanz.
Orientierungspreise für Rubine (pro Karat)
| Gewicht | Übliche Schmuckqualität | Hohe Qualität (wärmebehandelt) | Top unbehandelt (Burma „Taubenblut“) |
|---|---|---|---|
| bis 0,5 ct | 10–60 € | 80–320 € | 800–2.400 € |
| 0,5–1 ct | 40–160 € | 200–800 € | 2.000–8.000 € |
| 1–3 ct | 120–600 € | 800–6.000 € | 8.000–80.000 € |
| über 3 ct | 400–2.400 € | 4.000–20.000 € | individuelle Bewertung (fünf- bis sechsstellige Beträge) |
Die Preise sind Richtwerte – entscheidend sind immer der konkrete Stein, die aktuelle Marktlage und die Zertifizierung. Bei geschliffenen Edelsteinen wird der Preis standardmäßig pro Karat angegeben (1 Karat = 0,2 g).
Wie wird der Wert eines Rubins bestimmt? Die 4C bei Farbedelsteinen
Anders als beim Diamanten gibt es für Farbedelsteine bis heute kein weltweit einheitliches Bewertungssystem. Gemmologische Labore beurteilen Rubine deshalb analog zu den 4C der Diamanten – Color (Farbe), Clarity (Reinheit), Cut (Schliff) und Carat (Gewicht) –, gewichten die Kriterien aber anders: Beim Rubin entscheidet die Farbe über den größten Teil des Wertes, während kleine Einschlüsse als natürliches Merkmal gelten und den Preis weit weniger mindern als beim Diamanten. Zwei auf den ersten Blick ähnliche Steine können sich im Wert deshalb um ein Vielfaches unterscheiden – schon feine Nuancen in Sättigung und Unterton trennen einen guten Rubin von einem Spitzenstein. Verbindlich dokumentieren lässt sich der Wert eines konkreten Steins nur über ein unabhängiges Laborzertifikat, das Farbe, Behandlung und Herkunft ausweist.
Rubin oder Diamant – was ist teurer?
Das hängt vom konkreten Stein ab. Die seltensten Rubine – unbehandelte burmesische Steine in „Taubenblut“-Farbe – übertreffen pro Karat sogar Diamanten vergleichbarer Größe, während ein üblicher Rubin aus dem Schmucksortiment günstiger ist als ein ähnlich großer Diamant. Der Rekordpreis pro Karat wurde 2015 für den Sunrise Ruby gezahlt (25,59 ct, verkauft für 30,42 Millionen US-Dollar).
Wussten Sie schon? Jedem Rubinschmuckstück von Eppi liegt unser Eppi-Zertifikat mit den Eigenschaften des Steins bei. Ein unabhängiges gemmologisches Zertifikat (z. B. GIA, GRS, SSEF oder Gübelin) besorgen wir gegen Aufpreis. Versand und Rückgabe sind kostenlos – in ganz Deutschland und Österreich.
Wärmebehandlung und Rissfüllung – was Sie vor dem Kauf wissen sollten
Die meisten im Handel erhältlichen Rubine sind wärmebehandelt – eine stabile, dauerhafte und weltweit akzeptierte Behandlung, die den Wert des Steins nicht wesentlich mindert und auf dem Markt der Standard ist. Seltener begegnen Ihnen die beiden Gegenpole des Spektrums: auf der einen Seite seltene und deutlich teurere unbehandelte („no heat“) Rubine, auf der anderen die günstigsten mit Bleiglas gefüllten Rubine (lead-glass filled ruby), die andere Ansprüche an die Pflege stellen.
Wärmebehandlung – der Marktstandard
Das Erhitzen auf Temperaturen um 1.600–1.800 °C intensiviert und vereinheitlicht die Farbe und entfernt störende Farbstiche. Die Behandlung ist dauerhaft, und der Stein verhält sich danach genauso wie ein unbehandelter natürlicher Rubin – er sieht nur besser aus. Gemmologischen Quellen zufolge sind rund 95–98 % der Rubine auf dem Weltmarkt wärmebehandelt – Steine aus der Lagerstätte Mong Hsu und aus thailändischen Vorkommen fast immer. Ein unbehandelter („no heat“) Rubin in „Taubenblut“-Farbe ist eine Rarität und bei Auktionen einer der Hauptgründe für Rekordpreise.
Rissfüllung mit Bleiglas (Composite-Rubin)
Rubine mit oberflächlichen Rissen werden manchmal mit Bleiglas gefüllt, das die Risse optisch „verschließt“ – der Stein gewinnt dadurch an Farbsättigung und Reinheit. Gemmologisch heißen solche Steine glasgefüllte Rubine; ist der Glasanteil im Schliff sehr hoch, spricht man von einem Composite-Rubin – der Stein ist dann faktisch eine Mischung aus natürlichem Korund und Glas. Das Blei ist chemisch im Glas gebunden (als Oxid) und gesundheitlich unbedenklich. Was sich jedoch ändert, sind die mechanischen Eigenschaften: Der Stein ist gegenüber einem rein natürlichen Rubin spröder und empfindlich gegenüber Chemikalien (Chlor, Säuren, Silberreiniger), Temperaturschocks und Ultraschall – das Glas kann sich darin lösen oder reißen. Nach der Behandlung sehen diese Rubine sehr schön aus und sind ein erschwinglicher Weg zu einem größeren Rubinschmuckstück – rechnen Sie nur mit einer schonenderen Pflege.
Warum das Zertifikat so wichtig ist
Jedem Rubinschmuckstück von Eppi liegt unser eigenes Zertifikat bei, das die Eigenschaften des Steins beschreibt (Art, Gewicht, Farbe, Reinheit, Form, Herkunft – natürlich/lab-grown). Bei einem teureren Rubin (ab etwa 1 ct oder einem Preis von mehreren Tausend Euro) lohnt sich zusätzlich ein unabhängiges gemmologisches Zertifikat eines renommierten Labors (z. B. GIA, GRS, SSEF, Gübelin oder die Deutsche Stiftung Edelsteinforschung DSEF in Idar-Oberstein), das die Herkunft des Steins, Art und Umfang der Behandlung und bei den besten Steinen auch die Farbbewertung („Pigeon Blood“) ausweist. Ein unabhängiges Zertifikat legen wir nicht standardmäßig jedem Schmuckstück bei, besorgen es Ihnen aber gern auf Anfrage zum konkreten Stein.
Echte Rubine erkennen – natürlich, synthetisch, imitiert
Auf dem Markt begegnen Ihnen drei Typen: der natürliche Rubin (meist wärmebehandelt), der im Labor gezüchtete / synthetische (mit denselben chemischen und physikalischen Eigenschaften wie der natürliche) und der imitierte (ein optisch ähnliches Material anderer Zusammensetzung – Glas, Granat, Spinell). Einen natürlichen Rubin kann ein Laie vom synthetischen in der Regel nicht unterscheiden – verlässlich ist erst die Analyse der Einschlüsse unter dem gemmologischen Mikroskop oder ein Laborzertifikat. Natürliche Rubine enthalten praktisch immer nadelförmige Rutilkristalle (sogenannte „Seide“), winzige Kristalle anderer Minerale und eine Farbzonierung. Synthetische Rubine aus dem Verneuil-Verfahren zeigen unter der Lupe dagegen gebogene Wachstumslinien und häufig kleine Gasbläschen.
Der synthetische Rubin – Geschichte und Verfahren
Der synthetische Rubin ist der allererste kommerziell synthetisierte Edelstein der Geschichte. Im Jahr 1902 stellte der französische Chemiker Auguste Verneuil sein „Flammenschmelzverfahren“ vor – fein gemahlenes Aluminiumoxid mit Spuren von Chrom wird in einer Knallgasflamme geschmolzen und kristallisiert zu einer länglichen Birne, der sogenannten Boule. Das Verfahren ist bis heute im Einsatz. Später kamen weitere Technologien hinzu – das Flux-Melt-Verfahren (Chatham- und Kashan-Rubine) und die Hydrothermalsynthese. Ein synthetischer Rubin hat dieselben Eigenschaften wie ein natürlicher, ist aber deutlich erschwinglicher – der Preis eines synthetischen Rubins liegt je nach Größe und Verfahren zwischen wenigen und rund hundert Euro pro Karat (mehr über im Labor gezüchtete Edelsteine).
Imitierte Rubine und Imitationen
- Rotes Glas – die günstigste Imitation mit niedriger Härte (5,5); unter der Lupe sind meist kleine Bläschen erkennbar.
- Roter Granat – chemisch ein anderes Mineral mit geringerer Härte (7–7,5); sein Rot wirkt meist dunkler und weniger lebendig als beim Rubin und zeigt keine Chrom-Fluoreszenz.
- Roter Spinell – historisch die häufigste Verwechslung; beide Minerale enthalten Chrom, und ihre sichere Unterscheidung gelang erst Ende des 18. Jahrhunderts (siehe berühmte „Rubine“, die in Wirklichkeit Spinelle sind).
- Dubletten – ein Stein aus einer dünnen Schicht echten Rubins auf einem Träger aus günstigerem Material.
Mehr dazu im Artikel über natürliche, synthetische und imitierte Edelsteine.
Visuelle und physikalische Echtheitsmerkmale
- Einschlüsse und Farbzonierung – ein natürlicher Rubin zeigt unter der Lupe fast immer Kristalle oder „Seide“; Glas ist dagegen optisch gleichmäßig, und besonders bei größeren Steinen entdecken Sie darin unter der 10-fach-Lupe kleine Gasbläschen (rund oder oval, manchmal auch länglich).
- Härte 9 – ein Rubin ritzt Glas und gewöhnlichen Stahl. Mit einem Härtetest schließen Sie weichere Imitationen aus (etwa Glas) – einen synthetischen Rubin erkennen Sie so allerdings nicht, denn er hat dieselbe Zusammensetzung und Härte wie ein natürlicher.
- Pleochroismus – beim Drehen wechselt der Farbton zwischen Purpur- und Orangerot; Glas und Granat sind optisch isotrop.
- Fluoreszenz unter UV-Licht – stark rot fluoreszieren vor allem synthetische und die hochwertigsten burmesischen Rubine (viel Chrom, wenig Eisen); übliche natürliche Steine mit höherem Eisengehalt leuchten schwach oder gar nicht – die Fluoreszenz allein ist also kein verlässlicher Anhaltspunkt. Granat und Glas reagieren auf UV-Licht in der Regel nicht.
- Zertifikat eines gemmologischen Labors – die einzige hundertprozentig zuverlässige Methode.
Checkliste: echte Rubine sicher kaufen
- Auf den Karatpreis umrechnen – nur so lassen sich Angebote unterschiedlich großer Steine vergleichen (1 Karat = 0,2 g).
- Nach der Behandlung fragen – zwischen „no heat“, wärmebehandelt und glasgefüllt liegen ganze Preisklassen. Seriöse Händler legen die Behandlung ungefragt offen.
- Bei „Schnäppchen“ misstrauisch bleiben – ein großer, sattroter Rubin zu einem auffällig niedrigen Preis ist mit hoher Wahrscheinlichkeit glasgefüllt, synthetisch oder eine Imitation.
- Herkunft belegen lassen – der Aufpreis für burmesische oder mosambikanische Steine ist nur mit einem Herkunftsnachweis eines unabhängigen Labors gerechtfertigt.
- Ab etwa 1 ct ein Zertifikat verlangen – was es ausweist und welche Labore infrage kommen, lesen Sie im Abschnitt über die Bedeutung des Zertifikats.
Rubin in der Schmuckherstellung – das richtige Schmuckstück wählen
Dank der Härte von 9 und fehlender Spaltbarkeit gehört der Rubin zu den Edelsteinen, die sich für alle Schmucktypen eignen – einschließlich Verlobungsringen mit Rubin für den Alltag. Beim konkreten Stein kommt es aber immer auf Qualität und Reinheit an: Steine mit vielen Einschlüssen – kleinen Fremdkristallen und feinen Rissen – oder mit Glasfüllung verlangen Vorsicht. Zum Einsatz kommen praktisch alle Facettenschliffe (Oval, runder Brillantschliff, Tropfen, Smaragdschliff, Kissen) ebenso wie der feine Rosenschliff (Rose Cut); Steine mit Sterneffekt (Asterismus) werden zum Cabochon geschliffen – einer glatten, gewölbten Form ohne Facetten. Das satte Rot harmoniert mit praktisch allen Metallen – vom kühlen Kontrast aus Weißgold und Platin bis zum warmen Ton von Gelb- und Roségold.
Am schönsten kommt der Rubin in klassischen Facettenschliffen zur Geltung, die seine Farbe herrlich zum Leuchten bringen. Sehr gut steht ihm aber auch der Rosenschliff (Rose Cut) – die flache Unterseite und die zu einer Spitze gewölbten Facetten geben dem Stein einen weicheren, leicht vintage-inspirierten Look. – Nikol, Produktmanagerin bei Eppi

Sternrubin und der Asterismus-Effekt
Manche Rubine enthalten so dichte Lagen nadelförmiger Rutileinschlüsse, dass bei Lichteinfall auf der Oberfläche ein sechsstrahliger Stern erscheint, der beim Drehen über den Stein wandert. Dieses Phänomen heißt Asterismus und entsteht durch die Reflexion des Lichts an drei Gruppen nadelförmiger Einschlüsse, die in drei Richtungen orientiert sind. Sternrubine werden ausschließlich zum Cabochon geschliffen – ein Facettenschliff würde den Stern zerstören. Geschätzt werden Steine mit scharfem, zentriertem Stern und satter roter Farbe. Der berühmteste Sternrubin ist der Rosser Reeves Star Ruby (138,72 ct).
Verlobungsringe mit Rubin
Für Paare, die einen ausdrucksstarken Farbstein mit Tradition und Widerstandskraft suchen, ist der Rubin eine hervorragende Alternative zum Diamanten. Beliebt sind Halo-Ringe (ein zentraler Rubin im Diamantkranz, der die Farbe betont und den Stein optisch vergrößert) sowie Modelle mit seitlichen Diamanten. Der Rubin ist aber auch für sich ausdrucksstark genug und wird deshalb oft als reiner Solitär in Krappen gefasst. Wer etwas Ungewöhnliches sucht, wählt einen Ring aus Champagnegold – einem eigenen Goldton von Eppi. Mehr dazu im Artikel über die Fassungsarten von Edelsteinen.
Rubin-Ohrringe, Anhänger und Ketten
Bei Eppi finden Sie Rubin-Ohrringe von Ohrsteckern bis zu festlichen Hängeohrringen, Anhänger mit Rubin sowie Ringe mit Rubin – von feinen Schmuckstücken bis zu Statement-Stücken im Stil des Art déco.
Geeignete Metalle für Rubinschmuck
- Weißgold und Platin – die neutrale weiße Metallfarbe lässt die Farbe des Steins voll zur Geltung kommen und passt daher besonders gut zu hochwertigen Rubinen mit kräftigem Rot.
- Gelbgold – der klassische warme Look, steht Steinen mit leicht orangefarbenem Hauch ausgezeichnet.
- Roségold – ein zart rosiger, praktisch neutraler Ton; statt eines harten Kontrasts entsteht mit dem Rubin ein weicherer Übergang. Schön wirkt er bei purpurroten Steinen und den zarteren Johnson-Rubinen, deren Farbe stärker ins Rosa geht.
- Silber – die günstigere Variante für die gesamte Kategorie des Rubinschmucks.
Tipp unserer Goldschmiede: Je spröder der Stein, desto weicher sollte das Metall der Fassung sein. Weißgold ist von den üblichen Goldschmiedemetallen das härteste (und 14-karätiges ist härter als 18-karätiges) – für einen hochwertigen Rubin mit seiner großen Härte kein Problem. Bei Rubinen mit Glasfüllung oder mit vielen Einschlüssen und feinen Rissen sind Gelbgold, Platin oder Silber jedoch schonender. – Nikita, Goldschmied bei Eppi
Pflege von Rubinschmuck
Die Pflege eines Rubins ist dank seiner Härte unkompliziert. Zur Reinigung genügen lauwarmes Wasser mit pH-neutraler Seife und eine weiche Bürste (ideal eine Kinderzahnbürste); nach dem Abspülen trocknen Sie den Stein mit einem weichen Tuch. Das sanfte Werkzeug wählen wir vor allem wegen Metall und Fassung – dem Rubin selbst würde auch eine härtere Bürste nichts anhaben.
Ob ein Ultraschallbad geeignet ist, hängt von der Qualität des konkreten Steins ab: Bei einem reinen, wärmebehandelten Rubin ohne auffällige Mängel ist es in der Regel unbedenklich, glasgefüllte Rubine oder Steine mit vielen Einschlüssen und feinen Rissen gehören dagegen nicht ins Ultraschallbad. Wenn Sie sich bei der Qualität des Steins nicht sicher sind, überlassen Sie die Reinigung dem Goldschmied – etwa im Rahmen unseres jährlichen Services.
Im Rahmen des lebenslangen Services von Eppi reinigen wir Ihren Rubinschmuck einmal jährlich professionell, prüfen die Fassung des Steins und führen die übliche Wartung durch – kostenlos. Bei Fragen sind wir gern in einer persönlichen Online-Beratung für Sie da.
Was dem Rubin schadet
- Composite- und glasgefüllte Rubine – meiden Sie Ultraschall, Chemikalien (Chlor, Säuren, Silberreiniger) und starke Temperaturschocks.
- Harte Stöße – der Rubin ist zwar sehr hart, aber nicht unzerstörbar. Bei Verlobungsringen empfehlen wir eine klassische Krappen- oder Halo-Fassung sowie das Ablegen beim Sport und bei handwerklichen Arbeiten.
- Aufbewahrung – lagern Sie Rubinschmuck getrennt. Ein Rubin zerkratzt mühelos die meisten anderen Edelsteine in der Schmuckschatulle – die getrennte Aufbewahrung schützt also vor allem sie.
Eine Zargenfassung (Bezel) schützt den Stein nach dem Einfassen zuverlässig – heikler ist das Einfassen selbst. Der Metallrand muss rundum fest an den Stein gedrückt werden, damit er sicher hält, und genau dieser Druck kann einen spröderen Stein zum Reißen bringen. Bei Rubinen mit Glasfüllung oder vielen feinen Rissen bevorzugen wir deshalb Krappen. – Nikita, Goldschmied bei Eppi
Rubin und andere rote Edelsteine im Vergleich
Der Rubin ist nicht der einzige rote Edelstein auf dem Markt – Konkurrenz machen ihm vor allem der rote Spinell, verschiedene Varietäten des Granats (Pyrop, Almandin, Rhodolith, Böhmischer Granat) und der rote Turmalin (Rubellit). Dennoch behauptet der Rubin unter ihnen den ersten Platz: Er ist nicht nur außergewöhnlich hart (9 auf der Mohs-Skala) und bei den besten Steinen von der Chrom-Fluoreszenz regelrecht zum Leuchten gebracht – mit ihm verbindet sich auch ein Prestige, das er sich seit Jahrtausenden aufbaut und das den anderen roten Steinen fehlt.
Rote Edelsteine im Vergleich






Fundorte des Rubins weltweit
Die historisch wertvollsten Rubine stammen aus Myanmar (Burma). Der größte Produzent hochwertiger Rubine ist heute jedoch Mosambik mit der 2009 entdeckten Lagerstätte Montepuez. Weitere bedeutende Quellen sind Thailand, Sri Lanka, Vietnam, Tansania, Madagaskar und Afghanistan.
Myanmar (Burma) – Mogok und „Taubenblut“
Das Mogok-Tal in Zentralburma ist eine legendäre Rubinlagerstätte – der Abbau ist hier seit Jahrhunderten belegt, und burmesische Rubine aus Marmor gelten in der Gemmologie als Maßstab für die Farbe „Taubenblut“. Das Geheimnis liegt in der Geologie: Marmore mit niedrigem Eisengehalt lassen das Chromrot und die Fluoreszenz voll zur Geltung kommen – Eisen dämpft sie hier nicht. Die in den 1990er-Jahren erschlossene Lagerstätte Mong Hsu liefert überwiegend Steine, die eine Wärmebehandlung benötigen.
Mosambik – die moderne Spitze des Marktes
Die Lagerstätte Montepuez in der Provinz Cabo Delgado wurde im Mai 2009 entdeckt und entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zur größten Quelle hochwertiger Rubine weltweit. Mosambikanische Rubine konkurrieren heute selbst in den höchsten Qualitäten mit den burmesischen und erzielen bei Auktionen regelmäßig hohe Preise.
Thailand, Sri Lanka und weitere Quellen
Thailand war historisch eine bedeutende Quelle dunklerer Rubine mit bräunlichem Unterton, die wegen ihrer Farbe fast immer wärmebehandelt wurden. Bis heute ist das Land ein wichtiges Handelszentrum für Rubine. Sri Lanka liefert eher hellere, rosarote Steine und ist die Heimat des berühmtesten Sternrubins. Vietnam, Tansania, Madagaskar und Afghanistan sind kleinere, für den Markt aber relevante Vorkommen.
Die Geschichte des Rubins – Stein der Könige und Krieger
Der Rubin gehört zu den ältesten geschätzten Edelsteinen der Menschheit. Im alten Indien, in Burma und im mittelalterlichen Europa war er ein Symbol für Macht, Leidenschaft, Schutz und Lebenskraft (mehr dazu in der Symbolik des Rubins). In der europäischen Tradition zählte er zu den sogenannten kardinalen Edelsteinen – den fünf kostbarsten Steinen neben Diamant, Smaragd, Saphir und Amethyst.
Rubin und Spinell – lange verwechselte Edelsteine
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts konnte die europäische Gemmologie den Rubin nicht zuverlässig vom roten Spinell unterscheiden – die chemische Abgrenzung gelang erstmals dem französischen Mineralogen Jean-Baptiste Romé de l’Isle im Jahr 1783. Bis dahin wurden alle roten Steine pauschal als „Rubine“ oder „Balas-Rubine“ gehandelt – mit der Folge, dass Hunderte „Rubine“ in europäischen Kronjuwelen in Wirklichkeit Spinelle oder Rubellite sind, darunter der Black Prince’s Ruby (170 ct, britische Imperial State Crown), der Timur Ruby (352,5 ct) und der große rote Stein in der böhmischen Wenzelskrone.
Berühmte Rubine der Welt
Zu den bekanntesten Rubinen zählen der Auktionsrekordhalter Sunrise Ruby, der britische Edwardes Ruby, der Sternrubin Rosser Reeves Star Ruby und der gewaltige Liberty Bell Ruby in Form der amerikanischen Freiheitsglocke. Einen besonderen Platz nehmen die böhmischen Kronjuwelen ein – allerdings mit der Präzisierung, dass ein Großteil ihrer „Rubine“ in Wirklichkeit Spinelle und Rubellite sind.
Sunrise Ruby – der Auktionsrekord
Ein burmesischer Rubin von 25,59 ct in „Taubenblut“-Qualität, unbehandelt, gefasst in einen Ring von Cartier. Im Mai 2015 wurde er bei Sotheby’s in Genf für rekordverdächtige 30,42 Millionen US-Dollar versteigert – damals der höchste je für einen Rubin gezahlte Preis und zugleich der höchste Preis pro Karat (Quellen: Sotheby’s, Guinness World Records).
Edwardes Ruby und Rosser Reeves Star Ruby
Der Edwardes Ruby ist ein burmesischer Stein von 167 ct, den John Ruskin 1887 dem britischen Natural History Museum in London schenkte. Benannt ist er nach dem britischen General Sir Herbert Edwardes. Der Rosser Reeves Star Ruby aus Sri Lanka (138,72 ct) gilt als einer der größten und hochwertigsten Sternrubine der Welt – der Werbepionier Rosser Reeves schenkte ihn 1965 der Smithsonian Institution in Washington (Quelle: Smithsonian).


Liberty Bell Ruby
Die Skulptur einer Miniatur-Freiheitsglocke von 8.500 ct (ca. 1,7 kg) ist mit 50 Diamanten besetzt – einem für jeden US-Bundesstaat. Sie entstand 1976 zum 200-jährigen Jubiläum der USA aus einem der größten je geförderten Rubine (der Rohstein wurde in den 1950er-Jahren in Ostafrika gefunden). Im November 2011 wurde sie gestohlen – aus einem Juweliergeschäft in Delaware – und ist seither verschollen.
Die Wenzelskrone – die böhmischen Kronjuwelen
Die Wenzelskrone Karls IV. aus dem Jahr 1346 ist mit 96 Edelsteinen besetzt (44 Spinellen, 30 Smaragden, 19 Saphiren, einem Rubin, einem Rubellit und einem Aquamarin) sowie mit 20 Perlen. Der große rote Stein an der Stirnseite der Krone, lange für einen Rubin gehalten, wurde Ende der 1990er-Jahre durch eine gemmologische Analyse als Rubellit (rote Varietät des Turmalins) identifiziert – im Mittelalter wurden nämlich alle roten Steine pauschal als carbunculus („Karfunkel“) bezeichnet, ob es sich um Rubine, Spinelle, Granate oder Rubellite handelte.

Rubin als Geburtsstein und Stein der Rubinhochzeit
Der Rubin ist der traditionelle Geburtsstein für den Monat Juli. In der Astrologie wird er dem Löwen zugeordnet (der Rubin gilt als „Stein der Sonne“ – und die Sonne ist der herrschende Planet des Löwen), dem Krebs (dem Juli-Sternzeichen) und dem Widder (als Feuerzeichen). In der Hochzeitstradition steht der Rubin für den 40. Hochzeitstag – die Rubinhochzeit; internationale Edelstein-Listen ordnen ihn außerdem dem 15. Hochzeitstag zu. Für Juli-Geburtstagskinder wie für Paare, die ein langes Eheleben feiern, gehört Rubinschmuck zu den beliebtesten Geschenken.
Lesen Sie auch: welche Hochzeitstage gefeiert werden – mit Geschenkideen zu jedem Jubiläum.
Symbolik und Wirkung des Rubins
Traditionell wird der Rubin mit Leidenschaft, Lebenskraft, Mut und Liebe verbunden. Im alten Indien war er ein Symbol königlicher Macht und wurde über Jahrhunderte höher geschätzt als der Diamant. In Burma galt er als Schutzstein der Krieger. In der katholischen Tradition war der Rubin eines der Symbole Christi und des Bluts der Märtyrer, und in europäischen Kronjuwelen stand er für königliche Macht und das göttliche Recht zu herrschen.
Damit hängen auch die Wirkungen zusammen, die dem Rubin seit jeher zugeschrieben werden. Nach volkstümlichem Glauben und in der Steinheilkunde soll er Energie und Mut verleihen, Willenskraft und Leidenschaft stärken, seinen Träger vor Gefahren schützen sowie Herz und Kreislauf anregen. Als Stein der Liebe und des inneren Feuers gilt er traditionell auch als Geschenk, das eine Beziehung beleben und vertiefen soll.
Hinweis: Eppi schreibt dem Rubin keine heilenden oder magischen Wirkungen zu. Die beschriebene Symbolik wird ausschließlich als historische und kulturelle Überlieferung wiedergegeben.
Warum Rubinschmuck bei Eppi einkaufen
Ein Rubin ist die richtige Wahl für alle, die einen ausdrucksstarken, symbolträchtigen und zugleich widerstandsfähigen Edelstein suchen – ob als Verlobungsring, als Geschenk zur Rubinhochzeit oder als Geburtstagsüberraschung für ein Juli-Geburtstagskind. Bei Eppi erhalten Sie:
- Lebenslanger Service kostenlos – einmal jährlich reinigen wir Ihren Rubinschmuck, prüfen die Fassung des Steins und führen die übliche Wartung durch.
- Eppi-Qualitätszertifikat zu jedem Schmuckstück mit Edelstein – Steinart, Karat, Reinheit, Farbe, Form und Herkunft.
- Präzise Handarbeit in unserer eigenen Goldschmiedewerkstatt im Zentrum von Prag.
- Auswahl aus Gelbgold, Weißgold und Roségold (14- und 18-karätig), Silber sowie Platin.
- Maßgefertigter Schmuck – Rubinschmuck ganz nach Ihren Vorstellungen.
- Kostenloser Versand und kostenlose Rückgabe sowie 120 Tage Rückgabe.
- Schmuckstücke aus wiederverwerteten Metallen.
Entdecken Sie unser Sortiment an Rubinschmuck oder vereinbaren Sie eine persönliche Online-Beratung – wir helfen Ihnen gern bei der Wahl von Fassung und Metall.
Häufige Fragen zum Rubin
Was ist ein Rubin?
Der Rubin ist ein außergewöhnlich seltener und geschätzter Edelstein – die rote Varietät des Minerals Korund (Al2O3), dessen Farbe durch Spuren von Chrom entsteht. Dasselbe Mineral in anderen Farben heißt Saphir – es gilt die einfache Regel: roter Korund = Rubin, jede andere Farbe = Saphir. Der Rubin zählt zu den drei wertvollsten Farbedelsteinen (Rubin, Saphir, Smaragd) – der sogenannten großen Drei. Zusammen mit dem Diamanten werden sie historisch als „große Vier“ der Edelsteine bezeichnet.
Welche Farbe hat ein Rubin?
Ein Rubin ist immer rot – von Rosarot über ein reines, sattes Rot bis Purpurrot. Am wertvollsten ist der Farbton „Taubenblut“ (Pigeon Blood) – ein sattes, reines Rot mit feinem bläulichem Unterton und starker roter Fluoreszenz.
Wie viel kostet ein Rubin?
Der Preis beginnt bei einigen Dutzend Euro pro Karat (übliche Schmuckqualität) und erreicht bei den besten unbehandelten burmesischen „Taubenblut“-Steinen Zehntausende bis über hunderttausend Euro pro Karat. Der teuerste je versteigerte Rubin (Sunrise Ruby, 25,59 ct) wurde 2015 für 30,42 Millionen US-Dollar verkauft.
Wie erkennt man einen echten Rubin?
Ein natürlicher Rubin enthält charakteristische Einschlüsse (nadelförmige Rutilkristalle, Farbzonierung) und hat eine Härte von 9. Die zuverlässige Unterscheidung von synthetischen oder imitierten Steinen leistet erst ein gemmologisches Labor – bei einem teureren Rubin lohnt es sich deshalb, den Stein von einem unabhängigen Labor zertifizieren zu lassen (z. B. GIA, GRS, SSEF, Gübelin oder die Deutsche Stiftung Edelsteinforschung DSEF in Idar-Oberstein).
Wird der Rubin-Preis pro Karat oder pro Gramm berechnet?
Bei Edelsteinen wird der Preis standardmäßig pro Karat angegeben, nicht pro Gramm (1 Karat = 0,2 g). Rechnen Sie beim Vergleichen von Angeboten also immer auf Karatbasis um.
Für welchen Monat ist der Rubin der Geburtsstein?
Der Rubin ist der Geburtsstein für den Juli. In der Astrologie wird er Löwe, Krebs und Widder zugeordnet.
Zu welchem Hochzeitstag schenkt man einen Rubin?
Klassisch zum 40. Hochzeitstag, der Rubinhochzeit. Internationale Edelstein-Listen ordnen den Rubin außerdem dem 15. Hochzeitstag zu.
Ist ein Rubin teurer als ein Diamant?
Meist nicht – übliche Rubine aus dem Schmucksortiment sind günstiger als ein Diamant vergleichbarer Größe. Die Ausnahme sind unbehandelte burmesische Spitzenrubine in „Taubenblut“-Farbe, die pro Karat sogar vergleichbare Diamanten übertreffen.
Gibt es blaue oder grüne Rubine?
Blauen und grünen Korund gibt es – er heißt nur nicht Rubin, sondern Saphir. Der Rubin ist per Definition roter Korund; Begriffe wie „blauer Rubin“ oder „grüne Rubine“ sind deshalb mineralogisch nicht korrekt.
Was ist ein synthetischer Rubin?
Ein im Labor gezüchteter Rubin mit denselben chemischen und physikalischen Eigenschaften wie ein natürlicher – gleiche Härte, Zusammensetzung und Fluoreszenz. Der Unterschied liegt allein in der Entstehung: Er ist nicht in der Natur gewachsen, sondern durch kontrollierte Kristallisation im Labor. Zugleich war er der allererste kommerziell synthetisierte Edelstein der Geschichte (Verneuil-Verfahren, 1902). Bei vergleichbaren Eigenschaften ist er deutlich günstiger als ein natürlicher Stein.
Sind Rubine wärmebehandelt?
Rund 95–98 % der Rubine auf dem Markt sind wärmebehandelt – eine stabile und weltweit akzeptierte Behandlung, die Farbe und Reinheit verbessert. Daneben gibt es unbehandelte („no heat“) Rubine in höchster Qualität (eine Rarität mit deutlich höherem Preis) und die günstigeren glasgefüllten Rubine. Die Art der Behandlung führen wir im Eppi-Zertifikat auf, das jedem Schmuckstück beiliegt; ein unabhängiges gemmologisches Zertifikat besorgen wir gegen Aufpreis.
Was sind mit Glas gefüllte Rubine (Composite-Rubine)?
Rubine mit oberflächlichen Rissen, die mit Bleiglas gefüllt wurden – das Glas verschließt die Risse optisch und verbessert so Farbe und Reinheit des Steins. Nach der Behandlung sehen sie sehr schön aus und sind ein erschwinglicher Weg zu einem größeren Rubinschmuckstück; rechnen Sie nur mit einer schonenderen Pflege, denn gegenüber ungefüllten Rubinen sind sie spröder und empfindlicher gegenüber Chemikalien, Hitze und Ultraschall.
Wie reinigt man Rubinschmuck?
Mit lauwarmem Wasser, pH-neutraler Seife und einer weichen Bürste. Ob ein Ultraschallbad infrage kommt, hängt von der Qualität des Steins ab – bei einem reinen, wärmebehandelten Rubin ohne Risse ist es in der Regel unbedenklich, bei glasgefüllten oder stark rissigen Rubinen verzichten Sie darauf. Im Zweifel überlassen Sie die Reinigung dem Goldschmied – etwa im Rahmen des jährlichen Services bei Eppi.
Was ist der größte Rubin der Welt?
Der größte je geförderte und verarbeitete Rubin ist der Liberty Bell Ruby – 8.500 ct (ca. 1,7 kg), 1976 in Form der amerikanischen Freiheitsglocke geschnitten (seit dem Diebstahl im Jahr 2011 ist er verschollen). Unter den facettiert geschliffenen Rubinen aus Museumssammlungen gehört der Edwardes Ruby zu den größten – 167 ct, burmesisch, in der Sammlung des Natural History Museum in London. Bei den Sternrubinen hält der Rosser Reeves Star Ruby (138,72 ct, Smithsonian Institution) den Spitzenplatz.
Warum sind manche historische „Rubine“ in Kronen eigentlich Spinelle?
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts konnte die europäische Gemmologie den Rubin nicht zuverlässig vom roten Spinell unterscheiden. Der berühmte „Black Prince’s Ruby“ in der britischen Imperial State Crown und der Timur Ruby in den britischen Kronjuwelen sind in Wirklichkeit Spinelle.



