Citrin: Stein der Fülle und warum echte Citrine so selten sind

Citrin ist eine durchsichtige gelbe bis braunorange Varietät des Quarzes und einer der beliebtesten gelben Steine überhaupt. Echter, natürlicher Citrin ist dabei selten – die meisten Steine auf dem Markt entstehen durch das Erhitzen von Amethyst. Am höchsten geschätzt werden kräftig gelbe bis rotorange Töne ohne braunen Stich. Mit einer Härte von 7 von 10 auf der Mohsskala eignet er sich für Ringe und Ohrringe. Früher wurde er oft mit gelbem Topas verwechselt.

Der Stein der Fülle: Sein Name stammt vom französischen citrin (zitronengelb), das wiederum auf das lateinische citrus – den Zitronenbaum – zurückgeht.
Drei Citrin-Töne nebeneinander: bernsteinfarbener Palmeira, feuriger Madeira und goldgelber Citrin
Von links: bernsteinfarbener Palmeira, feuriger Madeira und der klassische goldgelbe Citrin. Am höchsten geschätzt wird das kräftige Orange in der Mitte, das gewöhnliche Gelb ist meist am günstigsten.

Was ist Citrin – Einordnung und Mineralogie

Citrin gehört zu den makrokristallinen Quarzen und damit zur selben Gruppe wie Amethyst, Rauchquarz oder Rosenquarz. Von diesen farbigen Verwandten unterscheidet ihn die goldene Farbe, für die Eisen in der Struktur sorgt. Denselben Ton haben auch gelber Topas oder goldener Beryll. Mit bloßem Auge lassen sie sich kaum von Citrin unterscheiden; den Unterschied in Gewicht und Härte misst erst ein Gemmologe.

Im Schmuck funktioniert Citrin vor allem durch eine Kombination, die anderswo fehlt: Er verträgt tägliches Tragen, und selbst große, reine Steine bleiben erschwinglich. Unter den gelben Steinen ist das eine Ausnahme. Gelber Saphir oder Imperial-Topas kommen in großen, reinen Stücken selten vor, ein auffällig gelber Stein im Ring ist deshalb meist ein Citrin.

Überblick

  • Edelsteinfamilie Quarz
  • Sternzeichen Zwillinge und Löwe
  • Härte (Mohsskala)
    7
  • Vorkommen Brasilien, Bolivien, Madagaskar, Sambia, Russland und Schottland
  • Geburtsstein des Monats November
  • Farbe
    Gelbtöne, Goldorange und Gelbbraun

Gemmologische Parameter des Citrins

  • Chemische Zusammensetzung SiO2, Siliciumdioxid
  • Relative Dichte 2,65
  • Kristallsystem trigonal
  • Brechungsindex 1,544 bis 1,553
  • Doppelbrechung +0,009
  • Strich weiß
  • Absorptionsspektrum
  • Fluoreszenz keine
Was Citrin besonders macht
Große Steine für vernünftiges Geld

Bei Citrin zahlen Sie für jedes weitere Karat nicht so viel wie bei selteneren Steinen, sodass auch ein großer, kräftiger Stein bezahlbar bleibt.

Geoden

Hohle brasilianische Geoden, innen mit Amethyst bewachsen, werden durch Erhitzen zu Citrin. Im Handel heißen sie „Kathedralen“, und die größten sind rund zwei Meter hoch.

Ametrin

In Bolivien können in einem einzigen Kristall Amethyst und Citrin zugleich entstehen. Dieses natürliche Unikat heißt Ametrin.

Eigenschaften von Citrin – Härte und Beständigkeit

Die Härte von Edelsteinen wird auf der Mohsskala von 1 (Talk) bis 10 (Diamant) gemessen. Citrin hat die Härte 7, also härter als Opal oder Mondstein und weicher als Saphir oder Rubin. Härte 7 ist zugleich die Untergrenze für einen Stein, der täglich im Ring getragen wird (International Gem Society). Citrin erfüllt sie und eignet sich damit für den Ring, gegenüber Saphir oder Diamant ist er aber deutlich weicher. Nach vielen Jahren des Tragens können die Kanten seiner Facetten stellenweise leicht abplatzen.

Wenn Sie einen Citrinring jahrzehntelang jeden Tag tragen möchten, überlegen Sie eine Zargenfassung, bei der das Metall den Stein rundum umschließt und seine dünnste Kante schützt. Bei einem Ring, den Sie nicht ständig tragen, spielt die Fassung eine kleinere Rolle, und Sie wählen vor allem nach dem Aussehen. Die einzelnen Möglichkeiten vergleichen wir auf der Seite zu den Fassungsarten. Bei Ohrringen, die an nichts reiben, haben Sie freie Wahl.

Citrin hat außerdem keine Spaltbarkeit. Das ist die Eigenschaft, wegen der manche Steine, etwa der Smaragd, nach einem ungeschickten Stoß entlang einer inneren Kristallebene brechen. Dem Citrin droht das nicht. Schlecht verträgt er dagegen plötzliche Temperaturwechsel und längere Sonneneinstrahlung, worüber wir im Abschnitt zur Pflege schreiben.

Lesen Sie auch: Mehr über den Amethyst, aus dem die meisten Citrine gebrannt werden.

Farben und Varietäten von Citrin – Madeira, Palmeira und Lemon

Die Farbe von Citrin reicht von blassem Strohgelb bis zu tiefem Orange mit roten Reflexen. Die Sättigung steuert die Menge der Eisenionen: Je mehr davon in der Struktur sind, desto tiefer der Ton. Für die einzelnen Töne gibt es Handelsnamen, denen Sie bei Edelsteinhändlern begegnen.

  • Madeira – kräftig orange bis rotorange, benannt nach dem gleichnamigen Wein. Der begehrteste Ton, der aber fast immer durch Wärmebehandlung entsteht – ein natürlicher Stein dieser Farbe ist selten.
  • Palmeira – orange ins Bernsteinfarbene, etwas heller als Madeira.
  • Lemon (Zitronencitrin) – kühle, hellgelbe Variante mit grünlichem Stich, im Handel auch als Zitronenquarz bezeichnet. Meist die günstigste Variante.
  • Grüner Citrin – korrekt Prasiolith, blassgrüner Quarz. Wird manchmal als „grüner Citrin“ verkauft, ist aber kein Citrin im eigentlichen Sinne.

Natürliche Steine neigen zu blassen, oft leicht rauchigen Tönen. Kräftig orange und rötliche Töne sind dagegen meist das Ergebnis einer Wärmebehandlung. Warum, dazu gibt es einen eigenen Abschnitt.

Wie viel kostet Citrin – Preise nach Qualität

Citrin gehört zu den preisgünstigsten Edelsteinen. Den Preis bestimmen drei Dinge: die Farbsättigung, die Reinheit des Steins und die Qualität des Schliffs. Natürliche, unbehandelte Steine sind immer teurer als wärmebehandelte. Bei Madeira-Tönen kommt die natürliche Variante praktisch nicht vor, sodass sich der Preis nach Sättigung und Schliffqualität richtet.

Bei Citrin steigt der Preis pro Karat mit der Größe nicht so steil wie bei selteneren Steinen, ähnlich wie etwa beim Morganit. Während beim Diamanten eine Verdopplung des Gewichts einen vielfach höheren Preis bedeutet, bleibt bei Citrin auch ein großer Stein günstig.

Orientierungspreise für Citrin (pro Karat)

Qualität Preis pro Karat
Kommerzielle Qualität – blasse Töne, kleine Steine 1–4 €
Üblicher Schmuckcitrin – wärmebehandelt, klare Farbe 2–12 €
Höhere Qualität – kräftige Farbe, präziser Schliff 12–35 €
Madeira – kräftig orange bis rotorange 20–125 €
Natürlich, unbehandelt mit belegter Herkunft ab 35 €

Die Preise sind Orientierungswerte und beziehen sich auf den weltweiten Markt für geschliffene Steine. Der tatsächliche Preis hängt vom konkreten Stein und der aktuellen Marktlage ab. Bei geschliffenen Steinen wird der Preis üblicherweise pro Karat berechnet, nicht pro Gramm (1 Karat = 0,2 g).

Formen von Citrin – Rohstein, Citrindruse und geschliffener Stein

Roher Citrin ist ein unbearbeiteter Stein – entweder ein Kristall oder ein Geröll, das in Flussablagerungen natürlich rundgeschliffen wurde. Für Schmuck eignet er sich nicht, ist aber bei Sammlern und Menschen beliebt, die Steine zur Meditation nutzen. Eine Citrindruse ist eine Gruppe von Kristallen, die auf einer gemeinsamen Unterlage gewachsen sind. Am bekanntesten sind die riesigen brasilianischen Geoden, hohle Amethystgebilde, aus denen durch Erhitzen Citrin-„Kathedralen“ werden – hohe Geoden mit einem Hohlraum, deren Form an ein Kirchengewölbe erinnert. Auch sie dienen als Dekoration, nicht als Material für den Goldschmied.

Im Schmuck finden Sie am häufigsten geschliffene Citrine. Geschliffen wird in alle gängigen Formen, wobei der runde Brillantschliff und der Ovalschliff dem Stein das meiste Funkeln entlocken. Stufen- und Fantasieschliffe wie der Scheren- oder der portugiesische Schliff betonen dagegen die Tiefe der Farbe.

Goldring mit Fünf-Karat-Citrin und Diamanten Aiofe
Goldring Aiofe mit einem Fünf-Karat-Citrin. Große Steine sind bei Citrin vergleichsweise günstig, weil der Preis mit der Größe nicht so steil steigt wie bei anderen Edelsteinen.

Echten Citrin erkennen – natürlicher Stein oder gebrannter Amethyst

Echter, natürlicher Citrin ist selten, und die allermeisten unter diesem Namen verkauften Steine entstehen durch das Erhitzen von Amethyst oder Rauchquarz. Genaue Zahlen gibt es nicht, nach Schätzungen aus dem Handel sind es rund neun von zehn Steinen. Bei 470–560 °C wandelt sich die violette und braune Farbe in Gelb bis Gold. Die neue Färbung ist stabil und dauerhaft, der Stein bleibt chemisch derselbe Quarz. Es ist also eine legitime Behandlung, die der Händler aber angeben muss.

Gleich vorweg: einen einfachen Test für zu Hause gibt es nicht. Anhand der folgenden Hinweise erkennen Sie manches auch selbst, wenn Sie den Stein mit einer starken Lupe betrachten. Ein Goldschmied oder Gemmologe hat für die genauere Untersuchung zusätzliche Werkzeuge – ein Mikroskop, in dem er nach Farbzonen und Spuren des Erhitzens sucht, und ein Dichroskop, ein Gerät für polarisiertes Licht. Weil es aber in beiden Fällen derselbe Quarz ist, muss das Ergebnis bei einem geschliffenen und gefassten Stein selbst im Labor nicht hundertprozentig sein. Sicherheit gibt deshalb vor allem die belegte Herkunft.

  • Farbe: natürlicher Citrin ist meist blasser und gleichmäßig, ins Strohgelbe. Gebrannter Amethyst hat oft eine kräftigere, fast verbrannt wirkende orange Farbe.
  • Übergänge: beim natürlichen Stein fließend, beim gebrannten scharf. Rohe Stücke haben eine weißliche Basis, die die Hitze nicht verändert hat.
  • Zweifarbigkeit: unter polarisiertem Licht ändert natürlicher Citrin den Ton leicht, gebrannter nicht. Das gilt aber nur in eine Richtung: Zeigt sich die Änderung, ist der Stein natürlich; zeigt sie sich nicht, ist nichts entschieden. Der Effekt ist schwach und zeigt sich nur bei richtiger Drehung des Steins, sodass ihn selbst mit einem Instrument nur ein geübtes Auge sicher erkennt.
  • Madeira: kräftig orange Töne sind fast immer gebrannt.

Neben der Wärmebehandlung lässt sich Citrin auch künstlich im Labor herstellen, hydrothermal und zu sehr niedrigem Preis. Die Unterschiede zwischen natürlichem, synthetischem und imitiertem Stein behandeln wir im Ratgeber zu den Edelsteinarten.

Wussten Sie? Jedem Citrin von Eppi liegt ein Eppi-Zertifikat bei, in dem steht, ob der Stein natürlich oder wärmebehandelt ist. Das ist eine Information, die Sie dem Stein selbst nicht ansehen.

Den richtigen Citrin auswählen – Farbe, Reinheit und Schliff

Bei der Auswahl kommt es vor allem auf Farbe und Schliff an. Die Reinheit ist fast immer ausgezeichnet, über den Preis entscheiden deshalb die Sättigung des Tons und die Frage, ob der Stein natürlich oder wärmebehandelt ist.

Farbe

Unter den Qualitätsmerkmalen wirkt sich die Farbe am stärksten auf den Preis aus. Am höchsten steht kräftiges Gelb bis Rotorange ohne braunen Stich, am niedrigsten blasse Zitronentöne. Bei einem Stück, das Sie sich zur Freude kaufen, entscheidet aber vor allem, welcher Ton Ihnen gefällt. Dann geht es nur noch um das Metall: warme Madeira-Töne harmonieren mit Gelbgold und Roségold, kühles Lemon eher mit Weißgold oder Silber.

  • Minimalistischer Ring mit Citrin Xenia
    Minimalistischer Ring mit Citrin Xenia
  • Goldanhänger mit simulierten Citrin Icy
    Goldanhänger mit simulierten Citrin Icy
  • Silbernes Armband mit Citrin Arleth
    Silbernes Armband mit Citrin Arleth
  • Anhänger aus Silber mit Citrinen und Zirkonia in Stern-Form Bohemia
    Anhänger aus Silber mit Citrinen und Zirkonia in Stern-Form Bohemia
  • Wunderschöner Goldring mit Citrin voll von Diamanten Dixie
    Wunderschöner Goldring mit Citrin voll von Diamanten Dixie
  • Goldene Citrinohrringe mit Diamanten Jesper
    Goldene Citrinohrringe mit Diamanten Jesper
  • Silberkette mit Citrin Jonie
    Silberkette mit Citrin Jonie

Reinheit

Citrin ist nahezu vollkommen durchsichtig. Die meisten geschliffenen Steine haben keine mit dem Auge sichtbaren Einschlüsse und bekommen nach dem Polieren einen glasartigen Glanz. Die Reinheit müssen Sie bei Citrin also nicht abwägen. Entscheidend ist eher der Schliff: Ein gut geschliffener Citrin gibt das Licht zurück und funkelt schön, ein misslungener lässt es durch und wirkt matt. Das sieht man auf den ersten Blick.

Schliff und Größe

Bei Citrin können Sie sich Größen leisten, die beim Diamanten eine astronomische Summe kosten würden. Ein Stein mit fünf Karat ist in einem Citrinstück nichts Ungewöhnliches. Der größte Citrin, den wir in der Werkstatt gefasst haben, hatte sogar schöne 8 Karat! Wählen können Sie praktisch jede Form – eine Übersicht finden Sie im Ratgeber zu Schliff und Form. Wenn Sie den Ring täglich tragen, wählen Sie eine Fassung, die den Stein niedrig über dem Finger hält; ein hoch gefasster Stein bleibt leichter an Kleidung hängen. Achten Sie auch auf die Krappen, die kleinen Metallkrallen, die den Stein halten – sie sollten keine scharfen Kanten haben.

Behandlung des Steins

Auch die Behandlung fließt in den Preis ein: Bei gleichem Farbton ist ein Stein mit natürlicher, unbehandelter Farbe teurer. Jedem Schmuckstück liegt deshalb ein Eppi-Zertifikat bei, in dem Sie neben Steinart, Karat, Farbe und Form auch finden, ob der Stein eine Wärmebehandlung durchlaufen hat.

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Citrin richtig pflegen – Reinigung und was dem Stein schadet

Citrin reinigen Sie mit lauwarmem Wasser, Seife und einer weichen Bürste. Achten Sie vor allem auf längere Sonneneinstrahlung, die den Stein verblassen lassen kann.

Wie man Citrin reinigt

Am sichersten sind lauwarmes Wasser mit einem Tropfen Seife oder Spülmittel und eine weiche Bürste. Ein Ultraschallgerät verträgt Citrin meist, sofern keine sichtbaren Risse oder deutlichen Einschlüsse im Stein sind. Auf Dampfreinigung verzichten Sie dagegen. Es geht dabei weniger um die Hitze selbst als um den Temperaturschock, den plötzlichen Wechsel, den Citrin schlecht verträgt. Allgemeine Tipps zur Pflege finden Sie im Ratgeber zur Schmuckreinigung.

Im Rahmen des lebenslangen Service reinigen wir Ihren Citrinschmuck einmal jährlich kostenlos, prüfen die Fassung des Steins und führen die übliche Pflege durch. Vereinbaren Sie eine persönliche Online-Beratung.

Was Citrin schadet

Zwei Dinge: direkte Sonne und plötzliche Temperaturwechsel. Bei längerem Aufenthalt in der Sonne verblasst die Farbe, und das ist eine nicht umkehrbare Veränderung, die auch ein Nachpolieren nicht mehr behebt. Ähnlich reagiert etwa der Aquamarin, der unter Sonnenlicht seine blaue Farbe verlieren und fast farblos werden kann. Genau deshalb bewahren wir empfindliche Steine in der Werkstatt nie im direkten Licht auf, denn wir wissen aus der Praxis, wie schnell sie verblassen. Bewahren Sie Citrinschmuck deshalb vor direktem Licht geschützt auf, am besten in einer Schachtel oder einem weichen Beutel, damit er sich nicht an härteren Steinen abreibt.

Tipp von unseren Goldschmieden: Lassen Sie einen Citrinring nicht auf einer sonnigen Fensterbank oder auf dem Armaturenbrett des Autos liegen. Die Kombination aus Licht und Hitze schadet der Farbe am meisten.

Wo Citrin vorkommt – weltweit und in Deutschland

Der größte Produzent ist Brasilien, konkret die Bundesstaaten Rio Grande do Sul und Minas Gerais. Von dort stammt der meiste zum Brennen bestimmte Amethyst sowie ein wesentlicher Teil der natürlichen Steine. Weitere bedeutende Quellen sind Bolivien, Madagaskar, Sambia, Namibia, Uruguay, Russland, Schottland, Spanien, Frankreich und Myanmar.

Citrin und die Edelsteinstadt Idar-Oberstein

Ein nennenswertes eigenes Citrinvorkommen hat Deutschland nicht, dafür aber die wichtigste Edelsteinstadt des Landes: Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz. Im vulkanischen Gestein zwischen Nahe und Saar wurden seit dem 15. Jahrhundert Achat und Amethyst abgebaut und in wassergetriebenen Schleifereien verarbeitet. Als die heimischen Vorkommen um die Mitte des 18. Jahrhunderts erschöpft waren, wanderten viele Idar-Obersteiner nach Brasilien aus und fanden dort reiche Lager an Amethyst, Citrin und Topas.

Ab 1834 kam das brasilianische Material nach Idar-Oberstein, und die Stadt wurde zum weltweiten Zentrum für Schliff und Handel. Hier entwickelte sich auch die Verarbeitung von gebranntem Citrin: Amethyst, den die Schleifer durch Erhitzen in goldgelbe Steine verwandelten. Natürlicher Citrin blieb selten – das Rohmaterial stammt bis heute überwiegend aus Brasilien.

Citrin in Geschichte und Bedeutung – Legenden und Symbolik

Citrin wird seit Jahrtausenden zu Schmuck verarbeitet und gilt seit jeher als Stein der Fülle und des Erfolgs.

Mythen und Legenden

Die alten Ägypter hielten Citrin wegen seiner warmen Farbe für einen Stein der Sonne, die alten Chinesen für einen Stein der Weisheit. Griechen und Römer schliffen ihn im Intaglio-Stil, bei dem das Motiv vertieft in den Stein graviert wird (das Gegenteil der erhabenen Kamee), und sahen in ihm einen Stein der Kaufleute, der Reichtum anzieht.

Im Mittelalter setzten Heiler ihn bei Verdauungsbeschwerden ein, und im 17. Jahrhundert schmückten Schotten damit die Griffe ihrer Dolche als „Licht im Kampf“. Richtig beliebt wurde er in Europa aber erst in den 1930er-Jahren, als das Art déco große Steine mit warmer Farbe suchte.

Bedeutung und zugeschriebene Wirkung

Stein der Fülle, des Wohlstands oder der Kaufleute – all diese Bezeichnungen reichen bis in die Antike zurück, als man glaubte, der goldene Stein ziehe Reichtum an. Der Brauch hielt sich, und Citrin wird bis heute als Geschenk zur Eröffnung eines Geschäfts, zur bestandenen Prüfung oder zu einem Neuanfang verschenkt.

Bekannt wurde Citrin vor allem als Stein des Erfolgs. Traditionell glaubt man, er bringe Wohlstand und fördere die Fülle, vor allem im Geschäft, weshalb viele Kaufleute ihn zum Glück in die Kasse legen. Die Tradition schreibt ihm außerdem Ausgeglichenheit und Ruhe zu; in der Steinheilkunde wird er dem Solarplexus-Chakra zugeordnet. Auf der körperlichen Ebene verbindet die Volksheilkunde ihn mit einer Unterstützung der Verdauung und besserem Schlaf.

Hinweis: Eppi nennt keine heilenden oder magischen Wirkungen von Citrin. Die oben genannte Symbolik wird ausschließlich als historische und kulturelle Tradition dargestellt.

Citrin aufladen und reinigen

Das Aufladen von Steinen gehört zur selben Tradition wie die dem Citrin zugeschriebenen Wirkungen. Wenn Sie damit arbeiten, meiden Sie einen Rat, der im Internet kursiert: Legen Sie Citrin nicht in die Sonne. Das schädigt die Farbe unwiederbringlich, wie wir im Abschnitt zur Pflege beschreiben. Eine sichere Alternative sind Mondlicht, das Ablegen auf einer Bergkristallgruppe oder das Abspülen mit kaltem oder lauwarmem Wasser, das Citrin nichts ausmacht.

Der Citrin als Geburtsstein für den Monat November und für Sternzeichen

Im November gibt es zwei Geburtssteine: Topas und Citrin. Wer in diesem Monat geboren ist, wählt zwischen zwei recht unterschiedlichen Steinen. Topas gibt es in der ganzen Farbpalette von Blau bis Rosa, Citrin bleibt in den warmen gelb-orangen Tönen. Eine Übersicht der übrigen Monate finden Sie im Ratgeber zu den Geburtssteinen.

Im Tierkreis wird Citrin traditionell den Zwillingen und dem Löwen zugeordnet, am Rande auch Widder, Stier, Jungfrau und Waage. Das ist eine astrologische Tradition, keine Eigenschaft des Steins.

Citrin wird außerdem zum 13. Hochzeitstag verschenkt, manchen Quellen zufolge auch zum siebzehnten. Weitere Ideen nach Anlass finden Sie in der Übersicht der Hochzeitstage.

Die bekanntesten Citrine der Welt – Jolie, Malaga und Crawford

Zu den bekanntesten Citrinen gehören der Malaga, der größte geschliffene Citrin der Welt mit 20 200 Karat, und die Halskette von Angelina Jolie in der Sammlung des Smithsonian.

Halskette von Angelina Jolie

Die Halskette besteht aus 64 kissenförmigen Citrinen und, als Anhänger, einem tropfenförmigen Stein von 177,11 ct, gefasst in 18-karätigem Gelbgold. Sie entstand in Zusammenarbeit der Schauspielerin mit dem amerikanischen Designer Robert Procop, und Angelina Jolie schenkte sie 2015 der gemmologischen Sammlung des Smithsonian National Museum of Natural History, wo sie bis heute ausgestellt ist.

Citrin Malaga

Der größte geschliffene Citrin der Welt wiegt 20 200 ct, also rund vier Kilogramm. Der Kristall wurde 1990 im brasilianischen Minas Gerais abgebaut, blieb aber wegen des Risikos, das das Schleifen eines so großen Steins mit sich bringt, neunzehn Jahre im Rohzustand. Brasilianische Schleifer nahmen ihn sich erst 2009 vor.

Citrin Malaga, der größte geschliffene Citrin der Welt
Malaga misst über zwanzig Zentimeter. Die Kette mit Anhänger darunter zeigt den Maßstab. Pressefoto Programa Royal Collections, 2010 (via internetstones.com).

Set von Raymond Yard

Das Set aus Halskette, Brosche und Armband ließ sich die Schauspielerin Joan Crawford 1940 beim New Yorker Juwelier Raymond Yard anfertigen. Die Halskette ziert ein Citrin von 357,6 ct, das Armband ein Stein von 116 ct. Crawford trug es im Film When Ladies Meet von 1941. Das Set wurde 2012 in einer Auktion für 250 000 Dollar verkauft, ein Vielfaches des Ausrufpreises.

Warum sich ein Citrin von Eppi lohnt

Citrin ist einer der wenigen farbigen Edelsteine, der auch in größeren Formaten erschwinglich bleibt. In unserer eigenen Goldschmiedewerkstatt fertigen wir Ihnen ein Citrinstück nach Ihren Vorstellungen und kümmern uns auch nach Jahren des Tragens darum.

  • Lebenslanger Service – einmal jährlich reinigen wir das Schmuckstück kostenlos und prüfen die Fassung des Steins
  • Zertifikat zu jedem Schmuckstück – Steinart, Karat, Farbe, Form und Herkunft
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  • Cluster-Ring mit Citrin, Rubin und Aquamarin Bluma
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  • Goldohrringe mit ovalen Citrinen Qati
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  • Cluster-Ring aus Gold mit Citrin, Smaragd und einem Diamanten Dalit
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  • Minimalistische Silberohrringe mit Citrinen Andine
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Häufige Fragen zu Citrin

Wie viel kostet Citrin?

Je nach Qualität etwa von 1 € bis 125 € pro Karat. Kommerzielle Steine mit blasser Farbe liegen an der unteren Grenze, kräftig orange Madeira-Töne an der oberen. Den Preis bestimmen vor allem die Farbsättigung, dann die Frage, ob der Stein wärmebehandelt wurde, und schließlich Reinheit und Schliff. Ein unbehandelter Stein ist immer teurer als ein wärmebehandelter.

Wie erkenne ich echten Citrin?

Einen einfachen Test für zu Hause gibt es nicht. Ein Hinweis ist die Farbe – natürlicher Citrin ist meist blasser und gleichmäßig, wärmebehandelter Amethyst kräftiger, bis hin zu verbranntem Orange mit weißlicher Basis. Ein Gemmologe nutzt Mikroskop und Dichroskop, aber auch er kann bei einem geschliffenen Stein nicht immer mit hundertprozentiger Sicherheit entscheiden. Am zuverlässigsten ist deshalb die belegte Herkunft, also ein Zertifikat.

Ist wärmebehandelter Citrin ein echter Stein?

Ja. Durch das Erhitzen ändert sich nur die Farbe, chemisch bleibt es derselbe Quarz, und die neue Färbung ist dauerhaft. Es handelt sich also nicht um eine Fälschung, sondern um eine übliche und legitime Behandlung. Der Händler muss sie aber angeben, weil sie den Preis beeinflusst.

Ist Citrin hart genug für einen Verlobungsring?

Bei normalem, achtsamem Tragen eignet er sich auch für einen Verlobungsring. Gegenüber Saphir oder Diamant ist er aber deutlich weicher, sodass Sie bei einem Stein fürs ganze Leben damit rechnen sollten, dass sich nach vielen Jahren des Tragens kleine Abplatzungen an den Kanten zeigen können. Wenn Sie ihn stärker schützen möchten, empfehlen wir eine Zargenfassung oder einen Ring im Halo-Stil.

Für welches Sternzeichen passt Citrin?

Am häufigsten wird er den Zwillingen und dem Löwen zugeordnet. Außerdem ist er zusammen mit Topas der Geburtsstein des Monats November, sodass er als Geschenk zu Novembergeburtstagen Freude macht.

Welche Wirkung hat Citrin?

Im Schmuck wird er für seine warme, goldene Farbe und die Härte geschätzt, dank der er tägliches Tragen verträgt. In der volkstümlichen Tradition gilt er als Stein der Fülle und des Erfolgs. Heilende Wirkungen schreibt Eppi ihm nicht zu.

Wie reinigt man Citrin?

Mit lauwarmem Wasser, einem Tropfen Seife und einer weichen Bürste. Ein Ultraschallgerät verträgt Citrin meist, sofern keine sichtbaren Risse vorhanden sind. Auf Dampfreinigung verzichten Sie wegen des Temperaturschocks, denn Citrin verträgt plötzliche Temperaturwechsel schlecht.

Verblasst Citrin in der Sonne?

Ja, bei langem Aufenthalt in direkter Sonne verblasst die Farbe allmählich, und das ist eine nicht umkehrbare Veränderung. Ähnlich reagiert etwa der Aquamarin. Bewahren Sie Citrinschmuck deshalb nicht auf einer Fensterbank oder auf dem Armaturenbrett des Autos auf.

Was ist eine Citrindruse?

Eine Citrindruse ist eine Gruppe von Citrinkristallen auf einer gemeinsamen Unterlage. Am bekanntesten sind die großen brasilianischen Geoden, hohle Amethystgebilde, aus denen durch Erhitzen Citrin-„Kathedralen“ werden. Sie dienen als Dekoration, nicht als Material für Schmuck.

Für welchen Monat ist Citrin der Geburtsstein?

Citrin ist zusammen mit Topas der Geburtsstein des Monats November. Er bleibt dabei in den warmen gelb-orangen Tönen, während Topas in vielen Farben vorkommt.

Was ist Madeira-Citrin?

Madeira ist der kräftig orange bis rotorange Farbton von Citrin, benannt nach dem gleichnamigen Wein. Es ist der begehrteste Ton, der aber fast immer durch Wärmebehandlung entsteht – ein natürlicher Stein dieser Farbe ist selten.

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